Tai Chi

Gerhard Dänekamp - Tai Chi | White Crane | Stressmanagement in Osnabrück. Mehr Entspannung, Ruhe und Gleichgewicht durch Tai Chi: Entspannungsverfahren, Meditation in Bewegung und eine Alternative zu YogaTai Chi, oder eigentlich richtig Tàijíquán (太極拳 – frei übersetzt „die vollendetste Kunst des Kampfes“), ist eine der fünf Säulen der chinesischen Medizin und eine chinesische Kampf- und Bewegungskunst. Ja, richtig, Kampfkunst. Doch erschrecken Sie an dieser Stelle nicht, denn Sie werden ohne ein blaues Auge nach Hause gehen. Das heutige Tai Chi ist vor allem ein Verfahren zur Entspannung und dient auch der Meditation. Unser System beruht auf ruhigen, langsamen Bewegungen in aufrechter Haltungen und arbeitet mit gelöster, entspannter Kraft. Gerade am Anfang des eigenen Tai Chi-Weges lernen Sie in der Gruppe viel für sich und was es heißt aufrecht zu stehen, die unnötigen Spannungen im Körper zu fühlen und schmelzen zu lassen, die Füße fest am Boden zu halten und alle Drehungen aus der Hüfte zu initialisieren. Im Kontrast zu z.B. Yoga dient uns hierbei vorallem der Kampfkunstanteil als Hilfe zum Fühlen und Verstehen. Ohne ihn wäre das Tai Chi leer, ohne Inhalt und hätte auf die Förderung der Gesundheit nur noch eine sehr reduzierte Wirkung.

Die Gesundheitsförderung ist ein gutes Stichwort. Dadurch, dass versucht wird Bewegungen durch bewusstes Entspannen einzuleiten, werden Muskeln und Sehnen passiv gedehnt, Gelenke können sich öffen, Verspannungen verschwinden. Organe sind durch das Lösen von Faszien wieder lockerer im Körper verankert, wodurch ihre Funktion verbessert wird. Diese Veränderung nützen Jedem, da man sich selbst wohler fühlt, konzentrierter ist und sich ein besserer Gleichgewichtssinn einstellt, der gerade ältere Menschen vor Stürzen schützt. Prävention ist insgesamt ein sehr wichtiges Thema, aber es gibt mittlerweile auch etliche wissenschaftliche Studien zum Thema Tai Chi, die belegen, dass die positiven Wirkungen nicht nur bei gesunden Menschen nachzuweisen sind, sondern auch bei Personen, die z.B. an Parkinson leiden, einen Schlaganfall erlitten haben oder eine Chemotherapie durchmachen müssen.

Die Ansicht, dass Körper und Geist eine Einheit bilden, ist eine typisch chinesische. Aber auch hier gab es schon lang die Überzeugung „mens sana in corpore sano“: Nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist stecken, soweit kennen wir diese alte Weisheit. Das aber auch ein gesunder Geist nötig ist, um einen gesunden Körper zu haben wird vielfach immer noch ignoriert. Das Tai Chi lehrt auch durch Partnerübungen auf äußeren Druck mit Entspannung und nicht mit Gegendruck zu reagieren, was es besonders von anderen Entspannungsverfahren, wie z.B. Yoga oder Autogenes Training unterscheidet. Dieses körperliche Loslassen gilt nicht nur für den Körper, sondern auch für die Seele. Zu lernen psychischen Druck, also auch Stress, abzuleiten und nicht auf sich lasten zu lassen führt zu einer befreiteren Lebensweise mit mehr Glück und Fröhlichkeit. Auf diese Weise ist es auch möglich mehr auf sein Bauchgefühl zu hören und intuitiv freiere Entscheidungen zu treffen, die auf weniger Widerstand stoßen. Das diese Art zu leben auch gut für die eigene Gesundheit ist brauche ich wohl niemandem zu erzählen. Nicht umsonst wird das Tai Chi auch als Meditation in Bewegung bezeichnet.

Sowohl das physische als auch das psychische Loslassen führen zu einer Aufrichtung von Innen heraus, geschauspielte, äußere Fassaden werden überflüssig und die eigene Ausstrahlung verändert sich.

Gesundheitsförderung, Entspannungsverfahren, Lebensweg und Meditation sind vier wichtige Bestandteile des Tàijíquán, doch kann es auch zur Selbstverteidigung verwendet werden. Wer möchte, kann Stück für Stück tiefer in den Kampfkunstaspekt eintauchen und lernen rohe Kraft durch Entspannung abzuleiten, zu neutralisieren und umzulenken. Diese elegante Art mit Aggressivität umzugehen erfordert viel Training und viel Zeit, lässt einen aber gleichzeitig auch tiefer in die Philosophie des Tai Chi eintauchen und führt zu mehr Verständnis der Prinzipien und noch mehr Wohlbefinden. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, kann den von mir verfassten, unten angehängten Artikel lesen, der 2014 im Taijiquan & Qigong Journal veröffentlicht wurde.

Auf den nächsten Seite werde ich Näheres über die Entstehung des Tai Chi, das System von Huang Sheng Shyan, dass ich hier in Osnabrück unterrichte, meine Lineage (Stammbaum) und verschiedene wissenschaftliche Studien über das Tai Chi schreiben.

Tai Chi Artikel Quan bedeutet Faust

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