Entstehung

Über die Entstehung des Tai Chi wird noch heute strittig diskutiert. Im Allgemeinen lässt sich die Debatte in zwei Gruppen unterteilen: Die eine hält an einer alten Legende fest und die andere beruft sich auf historisch dokumentierte Fakten. Ich möchte an dieser Stelle beide Entstehungsgeschichten kurz beleuchten und überlasse Ihnen, an welche Sie glauben wollen. Ich sehe in beiden Versionen ihren Reiz.

Die Legende

Der daoistische Mönch Zhang Sanfeng soll zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert im Wudanggebirge in China gelebt haben. Der Legende zufolge beobachtete er eines Tages den Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange. Die geschmeidigen, weichen und nachgiebigen Bewegungen, die er beobachtete, inspirierten ihn das Prinzip des „weichen Kämpfens mit innerer Kraft“ in seine eigene Kampfkunst zu integrieren und entwickelte damit zusammen mit seinen daoistischen Praktiken den Grundstein der inneren Kampfkünste. Diese Erkenntnis gab er an seine Schüler weiter und wurde z.B. über Wang Zongyue weitergegeben.

Die Fakten

Geschichtlich überliefert ist die Entstehung des Tai Chi „erst“ ab dem 17. Jahrhundert. In dieser Zeit lebte Chen Wang-Ting (1597 – 1664), der, begründet auf die 32 Formen von Qi Jiguang, sieben Formen schuf und fortan Tàijíquán nannte. Dieses Tàijíquán wurde innerhalb seiner Familie weitergegeben und beinhaltete die Formen „Langboxen“ und „Kanonenfaust“ und das Tuishou. Dieser Stil wurde dann im 19. Jahrhundert von Chen Changxing (1771 – 1853) zum ersten Mal außerhalb der Familie an einen Mann namens Yang Luchan (1799 – 1872) weitergegeben, der den Grundstein für den heutigen Yang-Stil legte.

Kranich_und_Schlange

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